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Gleich 3 Großereignisse vereinte dieses Datum: den traditionellen Trachtenzug zum Münchner Oktoberfest, den Gang zur Bundestagswahl - und natürlich den 6. Lauf zum Alpenpokal!

Briefwahl (oder Politikverdrossenheit...) sei Dank, denn mehr als 100 Teilnehmer kamen, um in ClubSport, SuperSport sowie PC - Fahrtraining den Salzburgring mal wieder ganz genau zu "erfahren".

Der Wettergott schien den Isartalern jedoch nicht sonderlich gewogen zu sein, denn die Prognosen für den Sonntag waren geprägt von "...fallender Schneefallgrenze" und "...zum Teil heftigen Niederschlägen". Am Samstagabend vor dem Tor zum Salzburgring (Einlass war wegen einer BMW-Veranstaltung erst um 18:00 Uhr) machte sich dementsprechend unter den stolzen WAP-Handy-Besitzern auch schon der Frust breit:" Auf 6 Wetterseiten habe ich schon nachgeschaut, und alle sagen für morgen Regen voraus!" Nachdem die "Frühankömmlinge" von den Hängern geladen und in den Boxen verstaut waren, wechselte der eine oder andere noch schnell auf Regenreifen - damit man am nächsten Tag länger schlafen kann. Aber...

Der nächste Morgen begrüßte die Teilnehmer sowie die zahlreichen Zuschauer nach einer regenreichen Nacht denn auch wie erwartet wolkenverhangen und mit nassen Straßen, aber die Temperaturen waren keineswegs in den Keller gefallen.

Die Fahrzeugabnahme lief bereits seit 6:50 (welch' nachtschlafende Zeit!), aber da die meisten Teilnehmer erst am Morgen angereist waren, ging's nicht anders. Wegen der großen Teilnehmerzahl waren diesmal waren sogar 3 zusätzliche OSK -Kommissare anwesend, um sowohl die technische Abnahme als auch den reglement-konformen Ablauf der Veranstaltung zu überwachen.

Bei der ausführlichen Fahrerbesprechung wies Günter Brenner speziell auf die "Feinheiten" der Strecke hin, mahnte alle Fahrer trotz des schnellen Kurses zur gewohnt rücksichtsvollen Fahrweise und drohte allen Missetätern u.A. mit der öffentlichen Nennung bei der abendlichen Siegerehrung.

Und während die Fahrer sich so ihre Gedanken machten, (ob Regenreifen oder nicht...) waren die Teilnehmer am PC-Fahrtraining bereits hinter den Instruktoren auf der Strecke unterwegs um ihr Fahrzeug ganz langsam in Richtung Grenzbereich zu bewegen. Nachdem das auf einer abgesperrten Rennstrecke recht risikolos möglich ist, waren alle Teilnehmer restlos begeistert!

Dann, endlich, Freies Fahren für die Club- und SuperSportler. Erste Gelegenheit, den Grip der (noch) feuchten Strecke zu testen und die entsprechende Reifenwahl für die Wertungsläufe zu treffen.

Den ersten Wertungslauf - die Gleichmässigkeitsprüfung - in den Klassen 1-3, die wegen zuwenigen Startern zusammengelegt wurden, dominierte Günter Brenner mit einer wirklich unglaublichen Durchschnittsabweichung von lediglich 2 (zwei!) Tausendstelsekunden. Aber auch in den anderen Klassen ging's heiß her, denn nachdem die Strecke auf der Ideallinie inzwischen fast vollständig abgetrocknet war, stiegen die Fahrer immer vehementer auf's Gas. Etwas unglücklich war Anton Glöckler vom PC Ulm unterwegs, der nach seiner Referenzrunde mit fabelhaften 1:30.266 Minuten in den nächsten Runden nur noch einen Schnitt von 1:33.730 erzielte, und damit in der Klasse 6S auf dem 6. und letzten Platz landete. Hier siegte Werner Kahlhammer (Vorarlberger PC-Urgestein...) vor Dominik Neumeyr, der mit einem Durchschnitt (!) von 1:30.170 einmal mehr zeigte, was machbar ist! Man durfte also schon auf die 2. Gleichmässigkeitsprüfung sowie die Sprintwertung am Nachmittag gespannt sein...

Als Abschluss des Vormittagsprogrammes war ein Freies Fahren für alle Teilnehmer angesetzt. Um zu starken Verkehr auf der Strecke zu vermeiden, wurden nicht mehr als 44 Fahrzeuge gleichzeitig auf den Kurs gelassen. Per Sprechfunk wurde jede Einfahrt gemeldet, und erst dann durfte ein neuer Fahrer losdüsen.

Nach der vorgeschriebenen Mittagspause, die die Meisten bei angenehmen Sonnenschein im Freien genossen, ging's für die SuperSportler darum, eine gute Platzierung für die Startaufstellung der Sprintwertung heraus zu fahren. Zwei Spezialisten für spannende Zweikämpfe sind Heiner Wackerbauer und Jörg Peham, beide vom PC Vorarlberg. Und auch im "Qualifying" wurden die Zuschauer nicht enttäuscht: die beiden hetzten ihre Boliden im Grenzbereich über den Kurs, absolvierten die Schikane am Ende der Start-/Zielgeraden auch mal auf 2 Rädern und pressten auf den beiden langen Geraden das letzte PS aus dem Boxermotor, der im Heck kräftig für die akustische Untermalung sorgte! Aber - und darauf kommt's halt immer an - man fuhr stets sportlich fair, denn hier geht's um Spaß und Ehre, und nicht um Millionen-Preisgelder! Die schnellste Rundenzeit fuhr im Qualifying auch wieder Anton Glöckler vom PC Ulm! Diesmal benötigte er sogar nur 1:28.428 für seinen besten "turn", und sicherte sich damit die "pole position".

Nachdem alle Startplätze feststanden, durften die ClubSportler und die "PC-Fahr-trainees" noch jeweils für 25 Minuten auf die Strecke, um im Freien Fahren an der eigenen Linie zu feilen oder sich die ideale Stelle zum Überholen auszusuchen...

15 Uhr 10, trockenen Strecke, und die ungeduldigen SuperSportler gehen auf die Einführungsrunde. Um den Start zu entschärfen, wurde ein absolutes Überholverbot bis zur Schikane nach Ende Start/Ziel-Gerade verhängt, denn ein Fahrzeug im Kiesbett hätte den Zeitplan hoffnungslos durcheinander geworfen. Aber es klappte ja alles perfekt, und so erreichte z.B. Adrian Gattiker vom PC Zürich (von dieser Stelle ein herzliches "gruezi" an alle AlpenPokal-Fahrer aus der Schweiz!) eine beachtliche Durchschnittsgeschwindigkeit von 161,92 km/h, was Platz 1 in der Klasse 5 bedeutete.

Als nächstes gingen die Slik-Fahrer in's Rennen. Diese Klasse erfreut sich ja immer größerer Beliebtheit, was schon mal zu kleineren Schwierigkeiten bei der Reifenversorgung führt. Und was sich bereits im "Qualifying" andeutete, ging auch in der Leistungsprüfung weiter: Motorsport vom Feinsten und auf hohem Niveau, mit spannenden Zwei- und teilweise sogar Dreikämpfen. Bis zur letzten Kurve wurde gekämpft, so daß die Piloten ob der körperlichen Anstrengung nach der Zieldurchfahrt großteils komplett durchgeschwitzt aus ihren Fahrzeugen stiegen.

Nach den Sprintprüfungen werden die Fahrzeuge direkt in den parc fermé gefahren. Dort stehen sie dann 30 Minuten auf abgesperrtem Gelände, um bei Protesten sofort und unverändert geprüft werden zu können.

Und diesmal gab's auch wirklich einen Protest. Es war ein Fahrzeug aufgefallen, das trotz einer niedrigeren Leistungsklasse andere, stärkere Konkurrenten im Vollgasbereich an der Steigung hinter den Boxen relativ mühelos überholen konnte.

Das Vorgehen ist in so einem Fall ganz klar festgelegt: Nach dem Einlegen des Protestes wird als erstes der Fahrer des betroffenen Fahrzeugs zu den Vorwürfen befragt. Der bzw. die OSK-Kommissäre nehmen das Fahrzeug in Augenschein, um es auf offensichtliche Manipulationen hin zu überprüfen. Sollte sich keine schlüssige Erklärung für die - vermeintliche - Mehrleistung ergeben, wird im Beisein des Fahrers sowie eines Zeugen der Motor im Fahrzeug verplombt und zur Demontage bei Porsche Austria zwecks Überprüfung sichergestellt.

Am Rande eines solchen Vorganges entwickeln sich stets sehr interessante Diskussionen zum Thema Proteste. Aber Fakt ist, daß - wie in diesem Fall - durch den Protest jeglicher Spekulation über eine unlautere Leistungssteigerung die Grundlage entzogen wird: entweder stellt sich heraus, daß der Motor absolut den Bestimmungen entspricht und am oberen Ende der Leistungsstreuung liegt (und der Fahrer eben einige Gramm mehr auf's Gaspedal legt...). Oder aber es zeigt sich, daß doch nicht Alles "astrein" ist. In diesem Fall gibt es ein Verfahren vor dem Sportgericht, da - nicht vergessen! - es sich hier auch um die Läufe zur Österreichischen Porsche-Meisterschaft handelt, und irgendwo hat der Spaß bzw. das Kavaliersdelikt dann halt einfach auch eine Grenze.

Der zweite Protest galt einem Fahrer des PC Vorarlberg, der während der Sprintprüfung mehrere Fahrer vorsätzlich behinderte, und so gefährliche Situationen provozierte. Hier wurde nach dem Gespräch mit dem OSK-Sportkommissar eine Verwarnung ausgesprochen. Außerdem bekommt der Fahrer - so Jörg Peham in der abschließenden Siegerehrung - noch einen persönlichen Nachhilfekurs in Sachen Fahrdisziplin...

Ja, und schon war auch diese Veranstaltung wieder vorbei. Leider gab's im letzten Freien Fahren noch einen schweren Unfall, den der Fahrer allerdings unbeschadet überstand. Nach einem solchen Renntag lässt die Konzentration bei den meisten Fahrern natürlich irgendwann einmal nach, und dann steigt das Risiko sprunghaft an.

Wie auch immer, noch steht das große Finale im Kalender - und zwar am 20. Oktober in Most. Ich würde mich freuen, euch dort alle zum Saison-Abschluss noch einmal wieder zu sehen!

Bis dahin Gute Fahrt!

euer Zuffi

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