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Auch schon ein Klassiker im Veranstaltungskalender des AlpenPokal ist das "happening" am Salzburg-Ring, veranstaltet vom nahen PC Berchtesgaden. Wegen der sehr zentralen Lage für die meisten Fahrer (von München sind's gerade mal ca. 150 Kilometer...) und dem interessanten Kurs sind 3-stellige Teilnehmerzahlen keine Seltenheit. Auch diesmal kämpften weit über 100 Starter um Ruhm, Freiheit und... - nein, das war bei "Vom Winde verweht", - ...also um den Tages- bzw. Gesamtsieg im AlpenPokal!

Nachdem der Kurs von Varano ja zur unbeliebtesten Strecke im AlpenPokal gewählt wurde (und deshalb wohl nicht mehr im Veranstaltungskalender auftauchen wird), muß man sich seinen Sonnenbrand nun anderswo holen. Hier bot sich wieder reichlich Gelegenheit dazu! Der befürchtete "Schnür'l-Regen" hatte keine Chance, stattdessen verirrten sich nur einige wenige Wölkchen auf den blauen Himmel und bescherten allen Anwesenden viel zu wenig Schatten...

Dass die Fahrzeugabnahme am Freitag auf dem Parkplatz beim Fahrerlager stattfinden musste, weil die Boxengasse noch gesperrt war, wunderte eigentlich niemanden - schließlich war es ja Freitag der 13.! Die fehlenden Startnummern kann man auch mit dem "problematischen" Datum erklären. Aber das Hick-hack zwischen dem Betreiber der Ring-Gaststätte und dem PC Berchtesgaden wegen dem Catering-Zelt zeigt einmal mehr, dass auch der erfahrenste Veranstalter ständig mit neuen "Überraschungen" rechnen muss!

Der Samstagmorgen war also noch recht hektisch, unter anderem weil - wegen der fehlenden bzw. geänderten Startnummern - unser Landadel Monika und Christoph von der Zeitnehmung noch nicht alle Transponder verteilen konnte, und die Starterlisten wegen einiger Umklassierungen noch geändert werden mussten.

Aber dann konnte Rennleiter Joe Elsensohn den Renntag endlich mit seiner bekannt gründlichen Fahrerbesprechung ("...und dann haben wir da noch ein paar Flaggen...") beginnen. Die Sonne, die Fahrer und (nicht nur diesmal gaaaaaaaaanz wichtig!) die Streckenposten waren gerüstet für einen überaus ereignisreichen Tag auf dem Salzburg-Ring!

Traditionell beginnt der Tag mit dem Aufstehen. Halt, nein - mit dem Freien Fahren. Die erste Gelegenheit für die Fahrer, sich auf die Strecke einzustellen - und für manche auch das erste "roll out" im Flüsterton. Denn nachdem die nächsten Häuser nicht weit von der Strecke stehen, gilt eine maximale Lautstärke von 98 db(A) (Nahfeldmessung bei 4.500 U/min.), die auch ständig überwacht wird! Und um von den teilweise noch in Ungarn gemessenen 110 db(A) - jeweils 3 db(A) mehr bewirken übrigens eine Verdoppelung der Lautstärke... - auf das erlaubte Soll zu kommen, haben die Fahrer ganz unterschiedliche Wege gewählt: das größte Aufsehen erregte bereits beim Abladen der Fahrzeuge das "Silvretta-Lärmschutz-Verhüterli" von Franz Peysl und Norbert Schratter (beide 996 GT3). Ein aufwändig konstruierter Dämpfer sorgte hier für eine gemäßigte Geräuschentwicklung. Andere Fahrer machten sich direkt an's Auspuffsystem, wie z.B. die Familie Jendrzejzyk (DAS ist AlpenPokal!!!) bei ihrem 964 RS. Durch den teilweisen Rückbau auf den Serienzustand ging zwar der "Pepp" oberhalb 6.500 Umdrehungen verloren - aber die Lautstärke auch! Jörg Peham machte Nägel mit Köpfen und verpasste seinem Flitzer gleich eine ganz neue Anlage, um leise und trotzdem schnell zu sein. Ganz interessant war auch, daß bei manchen Fahrzeugen der Lärmpegel plötzlich "passte", obwohl Nichts verändert worden war. Hat hier etwa der Drehzahlmesser nicht richtig funktioniert?

Das Freies Fahren war auch für die Teilnehmer am PC Fahrtraining die erste Gelegenheit, ihre Fahrzeuge auf einer gesperrten Rennstrecke mal so richtig kennen zu lernen, im leichten Drift die Kurve zu meistern und auf der Start-Zielgeraden das Gaspedal im Wagenboden zu versenken!

Die Ausrutscher im Freien Fahren kann man - wenn's denn sein muss - auf das Salzburger Nachtleben oder die kalten Reifen schieben. Aber was sich sonst teilweise abgespielt hat, erinnerte mehr an die Chaos-Tage, als an eine AlpenPokal-Veranstaltung! Es wurde gerutscht, verbremst und verformt - viel Arbeit für das Streckenpersonal.

Bei bereits hochsommerlichen Temperaturen zwängten sich die Slicks - Fahrer am späten Vormittag in ihre engen Cockpits und starteten zum Zeittraining. Nach nur 6 gezeiteten Runden hatte sich Dominik Neumeyr mit einer Zeit von 1:27, 194 die "pole" geholt, vor Jörg Peham (1:28, 808) und Alex Rappold (1:29,536). Interessanterweise war bei Alex Rappold schon die erste Runde seine schnellste, bei Dominik Neumeyr war es die 2., aber Jörg Peham holte seine Top-Zeit erst in Runde 7. Daran sieht man, daß die YOKOHAMA-Reifen wirklich sehr gut funktionieren - und sehr lange!

Ganz wichtig für die Fahrer ist auch - neben den extrem kurzen Lieferzeiten und dem guten Service - die technische Beratung vor Ort. Hierfür kommt extra aus der Schweiz - wo er unter anderem die Rennszene betreut - Peter Hintermeyer. Er weiß wovon er spricht, und ist zusammen mit den Jungs von YOKOHAMA den ganzen Tag am Montieren und Schrauben, - wenn er nicht gerade versucht, einen Fahrer anhand des Profilbildes auf Fehler bei Luftdruck oder Sturzeinstellung aufmerksam zu machen, um ihm so zu besseren Rundenzeiten bei weniger Verschleiß zu verhelfen. Mit YOKOHAMA hat der AlpenPokal also endlich den Sponsor gefunden, der genauso professionell arbeitet, wie die Teilnehmer selbst!

Besonders erwähnenswert bei den Slicks ist Michael Bubla vom PC Wien. Erstens, weil er mit seinem 964 den letzte "Klassiker" in der Slick-Klasse bewegt (durchhalten!!!) - und außerdem hat er als einziger im Training sage und schreibe 13 (dreizehn) gezeitete Runden hingelegt! (seine hübsche Tochter macht hinter dem Lenkrad übrigens auch schon eine sehr gute Figur...)

Auf einen spannenden ersten Lauf konnte man auch hoffen, weil die Top-Zeiten von Kurt Menhofer (Platz 7), Norbert Schratter (8), Wolfgang Stöhr (9) und Georg Zoltan (10) innerhalb von nur einer Sekunde lagen! Daß am Ende nur 10 Fahrer in der Wertung der ersten Sprint-Wertung auftauchten lag daran, dass Norbert Schratter (mit neuer Batterie!) und Kurt Menhofer vor der Schikane nach Start / Ziel "aneinander gerieten" und deswegen aus der Wertung genommen wurden. Was im ersten Moment richtig heftig aussah (Zuffi war vor Ort), konnte mit ein paar Metern Gewebeband notdürftig geflickt werden - und beide Fahrzeuge nahmen am 2. Lauf wieder teil! Genauso wie Dominik Neumeyr im "Dienstporsche", weil dessen Renn-GT3 im Training außerplanmäßig die Strecke verließ und danach nicht mehr so richtig fahrbar war...

Ein frustrierter Robert Lopp war bei den ClubSportlern am Start. Er hatte seinen 964 RS supersportmäßig "aufgebrezelt" und war mit der ganzen Familie angereist (wird auch inzwischen von immer mehr Fahrern und Fahrerinnen praktiziert, denn die schöne Landschaft und das nahe Salzburg lassen der Langeweile keine Chance!). Bei der Fahrzeugabnahme schlug dann das Reglement (in Person von Technischen Kommissar Gerhard Dobay) allerdings gnadenlos zu. Die Gurte waren nicht zugelassen - und deshalb musste er nochmal bei den ClubSportlern starten. Mit dem 6. Platz im ersten und sogar dem 4. Platz im 2. Lauf wurde er in der Gesamtwertung ebenfalls Vierter. Also vielleicht doch lieber im ClubSport den Mitstreitern das Leben (und Siegen) schwer machen...?

Auch die anderen ClubSport-Fahrer sorgten trotz (oder etwa wegen?!) der Hitze mit tollen Aktionen und hartnäckigen Zweikämpfen für beste Unterhaltung bei den zahlreichen Zuschauern auf den Tribünen rund um den Ring. Wegen der stark unterschiedlichen Rundenzeiten (1:37 bis 2:12) sieht man bei den beiden Gleichmässigkeitsprüfungen nämlich die meisten Überholmanöver. Perfekte Überzeugungsarbeit leistete Ferdinand Völker vom PC Holland: er belegte im ersten Lauf Platz 4, und im 2. Lauf holte er sich mit einer Durchschnittsabweichung von nur 0,115 Sekunden den Sieg. Das reichte auch zum Tagessieg und bestätigte eindrucksvoll, daß Holländer mit ihren Wohnwagengespannen nicht nur andere Verkehrsteilnehmer an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen können, sondern auch mit dem 911er (ohne Anhänger) auf der Rennstrecke eine echte Herausforderung sind!

Mit einer Herausforderung der etwas anderen Art hatte es Walter Rieder vom PC Graubünden (gruezi mit'nand!) in der SuperSport-Gleichmässigkeit zu tun: die erste Runde war mit 1:54,180 zwar langsam, aber noch im fahrbaren Bereich. Die zweite - also die Referenzrunde - wurde mit 5:45,935 (richtig gelesen!) gemessen... Selbstverständlich kommt es ja bei der Gleichmässigkeitswertung NICHT auf den "speed" an - aber wer kann schon schätzen, ob er 3, 4, oder 5 Minuten für die Runde gebraucht hat? Das dachte sich Walter Rieder wohl auch - und erzielte mit einer durchschnittlichen Abweichung von 4:10,160 (vier Minuten, ...) immerhin noch ein absolut "konkurrenzloses" Ergebnis! In der Sprint-Prüfung holte er dann zum Gegenschlag aus, und schnappte sich nach der "pole" auch den Sieg - mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 159,62 km/h.

Nachdem Wolfgang Bousska vom PC Wien aus zeitlichen Gründen heuer nicht an den Start geht, ist - mit Gustl Schmid am Volant - in der gesamten Konkurrenz gerade mal ein 944 am Start. Die Gleichmäßigkeit ist anscheinend nicht seine Paradedisziplin (3,234 Sekunden Abweichung), dafür gab er im 2. Lauf ordentlich Schub (146,83 km/h im Durchschnitt) und zeigte eindrucksvoll, was man mit einem Porsche anstellen kann, bei dem der Motor (aus Versehen?!) vorne eingebaut ist...

Ganz besonders wichtig bei diesen Temperaturen ist die Mittagspause. Fahrer und Fahrzeug kommen zur Ruhe, und ganz individuell wird Super bleifrei oder Almdudler eiskalt nachgefüllt. Das Catering, das YOKOHAMA für 15,- € anbietet, kann noch immer nicht 100 %ig überzeugen. Warum wird nicht, ähnlich wie am Pannonia-Ring, der Betreiber der Ring-Gaststätte (soweit vorhanden - siehe Lausitz-Ring!) als Partner für das Catering engagiert? Die Vorteile liegen auf der Hand - zumindest für die Kundschaft: ein größeres Angebot an Speisen und Getränken, sowie die stete Verfügbarkeit während der ganzen Veranstaltung. (War dann doch etwas peinlich, dass es für die SuperSportler nach dem letzten Rennen nur noch Eis-Tee gab - obwohl auch sie brav ihre 15,- € gezahlt hatten!) In der Mittagspause teilte sich das Publikum dementsprechend auch auf beide Gourmet-Tempel auf. Hauptsache einen Schattenplatz und nicht viel bewegen!

Die feuerfeste Unterwäsche wurde währenddessen an den unterschiedlichsten Plätzen zum Trocknen aufgehängt... Es bedarf doch einer gehörigen Überwindung, sich bei Temperaturen um 30 Grad in diese äußerst attraktiv geschnittenen, langen Hosen zu zwängen, das "leiberl" natürlich auch noch anzuziehen, Rennkombi, Handschuhe und schließlich den Helm. STOP!!! Da war doch noch etwas? Stimmt! Die Kopfhaube. Egal, ob Schweiß aufsaugen oder das Gesicht vor Flammen schützen - dieses Teil macht Sinn. Weil er ohne diesem Teil unterwegs war, zeigte man der Nummer 502, Dino Huber, im ersten Lauf die schwarze Flagge - sieben Runden lang. Erst dann kam der Missetäter in die Boxengasse, und wurde - nach einem frustmotivierten "Kavalierstart" und einem Gespräch unter Männern - von Rennleiter Joe sowie Sportkommissar Gerald Poschauko aus der Wertung genommen.

Daß das Tempolimit in der Boxengasse ernst zu nehmen ist, durfte auch Dominik Neumeyer erfahren. Nachdem ihm Volker Kurz sein "t-car" aus München gebracht hatte (gute Freunde...), war er etwas zu flott unterwegs - und wurde daraufhin auch gleich kostenpflichtig verwarnt!

Das Team hinter den Kulissen arbeitet also mal wieder perfekt! Vielen Dank an dieser Stelle an die Kommissäre Gerald Poschauko, Albert Vierthaler und Gerhard Dobay, die jede AlpenPokal-Veranstaltung sicher und souverän im Griff haben, an Rennleiter Joe Elsensohn (kennen Sie diese Fahne...?!), sowie an das - trotz so mancher Transponder-Hektik und racetower-Sauna - stets freundliche und bestens gelaunte Zeitnehmer-Duo Monika Kahla und Christoph Preu (was nehmen die ...?).

In der Startaufstellung zum 2. Lauf bei den Slick-Fahrern gab es einiges Sehenswertes, wie z.B. Dominik Neumeyr in der letzten Startreihe. Erst in letzter Minute war sein Mechaniker mit dem Einstellen der Stabis fertig geworden, aber mit dieser Ausnahme ging das Fahrzeug unverändert auf den Kurs - Walnußholz-Armaturenbrett und Freisprecheinrichtung inklusive... Bis zur schwarz-weiß karierten Flagge hatte er sich wieder bis auf Platz 2 vorgearbeitet, aber Jörg Peham war nicht mehr zu holen.

Während die Slick-Fahrer ihre Renner anschließend bis zum Ende der Protestfrist im parc fermé abstellten, machten sich die SuperSportler auf zum Finale furioso - der Sprint-Prüfung. In der Gesamtwertung liegt die Gewichtung zwar mehr bei der Gleichmässigkeitsprüfung, aber im Rennen kann man seinen Pferdestärken halt ganz ungehemmt freien Lauf lassen - ohne sich auf die Rundezeit konzentrieren zu müssen. Wie zum Beispiel Heinz Weissenbacher vom PC Berchtesgaden auf seinem 996 Cup: Im ersten Lauf keine Runde unter 1:38, aber in der Sprint-Prüfung immer eine gute 1:36er Zeit. Das reichte in der Tageswertung noch für den 3. Platz in der Klasse 6 - noch vor Herwig Roitmeyer und seinem roten Klassiker, obwohl dieser bei beiden Läufen den 3. Platz belegte.

Der schöne Abschluss für einen ereignisreichen und anstrengenden Tag ist traditionell die Siegerehrung. Leider bleiben aber immer weniger Fahrer bis zum Schluss, um ihren Konkurrenten Respekt für die gute Leistung zu zollen. Eigentlich schade, obwohl es sicher auch hier mehr oder weniger gelungene Versionen gibt...

Aber wenn die Fahrer dann ihren Pokal abholen - oder sogar auf's "Stocker'l" dürfen - weiß jeder, wofür er geschwitzt und gefightet hat. Außerdem ist die Tageswertung der ideale Zeitpunkt, seine Konkurrenten bei der Sektdusche noch mal so richtig "nass" zu machen!

Egal, ob nass geschwitzt oder sektgeduscht: es war schön, interessant - und der AlpenPokal lebt mehr denn je.

In diesem Sinne lebhafte Tage, immer genug Auslaufzone und Alles Gute!!!

euer Zuffi

P.S.: Ganz kurz zum Thema Fotos, weil ich besonders hier oft darauf angesprochen wurde: Wer sich auf einem Bild im Internet wiedererkennt oder ein Bildchen von sich und seinem Gefährt sucht, schickt mir am besten eine email an peter6104@web.de. (bitte Typ, Farbe, Kennzeichen, Startnummer, etc. angeben.) Ich suche gerne im Archiv und verschicke per email die Bildchen zur Ansicht. Wer dann ein Foto bestellt, zahlt nicht per Nachnahme - und sieht auf jeden Fall vorher, was er bezahlt

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